Home Page Image


Was macht mein Kind glücklich?

Wenn wir uns diese Frage heute stellen, dann denken wir nicht an ein momentanes schnelles Glück durch eine materielle Bedürfnisbefriedigung, sondern wir wollen heute morgen über das Glück reden, das nachhaltig ist. Somit heißt dann „glücklich“ in unserem Titel: ein glückliches Leben führen.
Aber dann stellt sich natürlich auch sofort die Frage: Wie wollen wir Glück oder „glücklich sein“ definieren? Heute, wo fast ausschließlich individualisiert gedacht wird und man absoluten Aussagen mit großer Skepsis gegenübertritt, scheint Glück und glücklich sein über unendlich viele Wege erreicht werden zu können, so meint man zumindest.
Das sah der Stoiker Seneca anders. Für ihn war es allein die Tugendhaftigkeit, die zum Glück führte. Er beginnt sein Buch „Über das glückliche Leben“ mit den Worten:

„Leben, mein Bruder Gallio, wollen alle glücklich, aber zu erkennen, was es ist, was glücklich das Leben macht, fehlt der klare Blick; so schwer es ist, zu erreichen, das glückliche Leben, dass jeder von ihm desto weiter sich entfernt, je hastiger er zu ihm hineilt, wenn er vom Weg abgekommen ist.“ (Seneca, De Vita beata, S. 3, 58/59 n. Chr.)

Hier klingt schon mit dem Wort „Weg“ an, dass das Glück nicht einfach zu erhaschen ist, sondern das ein Mensch nur glücklich ist, wenn er sich in Tugendhaftigkeit übt, wenn er sich auf den langen Weg der Tugend begibt. Dieser Weg ist der der Vernunft, über den man zur Gelassenheit und zur absoluten Annahme seines Lebens gelangt.
Das ist heute für die Meisten nicht der Weg, der in unserem Alltag gelebt werden kann.
Vielleicht hilft uns bei der Suche nach einer Definition des Glücks das etymologische Wörterbuch weiter: Das Wort Glück taucht zum ersten Mal 1160 in der höfischen Dichtung auf. Es bedeutet zunächst, Schicksal, Geschick. Im 14. Jh. bekommt es noch eine andere Bedeutung: Das Wort „gelücken“ heißt dann „gelingen“ oder „nach Wunsch ablaufen“.
Mit dieser Wortbedeutung können wir etwas anfangen: ein glückliches Leben ist also ein gelungenes Leben, ein Leben, das nach Wunsch abläuft. – Sind wir bescheiden: mehr oder weniger nach Wunsch! –
Fragen wir uns nun, was dazu führt, dass mein Kind ein gelungenes Leben führen kann, dann können wir sehr pragmatisch werden: Wir schauen uns zunächst unsere Zeit an, wie sie zu beschreiben ist, um dann vor diesem Hintergrund zu fragen, was das Kind unter diesen Bedingungen braucht, um ein gelungenes, glückliches Leben führen zu können.
Wenn wir so vorgehen, dann gerät die Erziehung auch unter die Langzeitperspektive, die im gestressten Alltag allzu leicht verloren geht. Aber eigentlich ist es nur die Langzeitper-spektive, die uns Eltern beim Erziehungsstress des Alltags durchhalten lässt.

Beginnen wir mit der Beschreibung unserer Zeit, in der wir jetzt leben:
Unsere Zeit ist die der ständigen Beschleunigung, des rasenden Stillstands und der der Globalisierung. Mal heißt es dann bei Gerhard Schulze, dass wir in einer Erlebnisgesellschaft leben, bei Ulrich Beck, dass es eine Weltrisikogesellschaft geworden ist. Wie erleben wir diese skizzenhafte Umschreibung im Alltag?
Die ständige Beschleunigung erleben wir vielleicht am deutlichsten an der Informationsflut und der kurzen Wege der Verständigung über Mails oder Handys. Wir wollen ständig auf dem Laufenden sein, wollen immer erreichbar sein und entsprechend hasten wir durch die wenige Zeit ohne Handy-Ton. Wir wollen und müssen funktionieren!!
Aber auch im Berufsleben ist ein Zeittakt erreicht, der kaum mehr zu steigern ist: durch die Vernetzungen im Computer, der eine Leistungsstärke erreicht hat, von der wir vor 20 Jahren nichts ahnen konnten, ist der Mensch ein Getriebener, der nicht mehr Herr der Zeit ist, sondern Knecht.
Paul Virilio beschreibt schon 2008 unseren Zustand wie folgt:

„Mitgerissen von der ungeheuren Gewalt der Geschwindigkeit, bewegen wir uns nirgend-wohin, wir geben uns mit der Aufgabe des Lebendigen zugunsten der Leere mit der Geschwindigkeit zufrieden. In Zukunft wird es, daran besteht kein Zweifel mehr, mit jeder menschlichen Aktivität sein wie in einem Rennvehikel, bei dem der Fahrer zunächst die Beschleunigung beherrschen, die Maschine in der Spur halten muß und die Einzelheiten des ihn umgebenden Raums nicht mehr beachtet; unabhängig davon, ob wir uns Daheim oder auf der Reise befinden, wird es für uns nicht mehr darum gehen, die Landschaft zu bewundern, sondern einzig darum, ihre Bildschirme, ihre Skalen, die Steuerung ihrer interaktiven Bahn zu überwachen, das heißt die einer Bahn ohne Bahn, eines Zeitraums ohne Zeitraum.“ (Virilio, 2008, S.135)
Das ist der rasende Stillstand!!!

Wenn wir nun einen Blick auf die Globalisierung richten, müssen wir verschiedene Ebenen unterscheiden (vgl. U.Beck, 2007, S.42):
Auf der kommunikationstechnischen Seite hat der Mensch keinen Rückzugsraum mehr: egal wo er ist und zu welcher Zeit: er ist immer und muss immer erreichbar sein. Es ist die Auflösung von Raum und Zeit. Eine Belastung, der wir ausgesetzt sind, deren Auswirkungen wir uns nicht immer bewusst sein können. Nicolas Carr fragt sich schon: “Wer bin ich, wenn ich online bin?“
Auf der ökonomischen, arbeitsorganisatorischen Ebene wird von uns eine Flexibilität erwartet, die enorme Opfer von uns erwartet: der Arbeitsplatz wird dahin verlegt, wo es kostengünstiger ist, er wird vielleicht auch aufgelöst und die sozialen Folgen von Verarmung durch Arbeitslosigkeit sind nur eine Möglichkeit. Es scheint sinnvoll zu sein oder zu werden, mehrer Berufe ausüben zu können (s. Amerika). Aber auch wichtige, den Menschen stabilisierende soziale Verflechtungen geraten in Gefahr!
Auf der kulturellen wie zivilgesellschaftlichen Ebene stoßen wir auf nicht vereinbare Verständnisse von Normen, seien sie religiöser oder kultureller Art, so dass das Gerede von der Multi-Kulti Gesellschaft eine Verharmlosung darstellt, die eigentlich nicht zu verantworten ist. Jeder einzelne Mensch wird heute in Entscheidungssituationen gestellt, in denen er schon allein wegen der Komplexität der Fragestellung überfordert ist. Alain Ehrenberg spricht vom erschöpften Selbst, von der Depression der gegenwärtigen Gesellschaft.
Ich belasse es bei diesen kurzen Andeutungen und erwähne nicht noch weitere Aspekte der Globalisierung wie z.B. den der Ökologie.
Und wenn dann Gerhard Schulze von der „Erlebnisgesellschaft“ spricht, dann kann man dieses von ihm beschriebene gesellschaftliche wahllose Tun und Treiben, wozu man gerade Lust hat, verstehen als Flucht aus den oben ansatzweise aufgezeigten Zwängen, denen wir sicher mit den falschen Mitteln zu entfliehen suchen. Aber noch haben wir kein Modell, keine Antwort auf diese gesellschaftliche Unstrukturiertheit, auf den rasenden Normenverfall.

Vor diesem Hintergrund fragen wir uns also, was mein Kind glücklich macht.
Kann es da überhaupt eine optimistische Antwort geben? - Ich meine ja.
Es ist aber für uns Eltern und Erziehenden eine große Herausforderung, ein hoher Grad an Bewusstsein und eine gute Entscheidungsfähigkeit von Nöten, um unseren Kindern die Basis für ein gelungenes, glückliches Leben zu geben.
Das Ziel ist klar: Die Kinder müssen mehr denn je großes Selbstvertrauen ohne Selbstüberschätzung gewinnen, selbstverantwortlich werden, sich sozial gut integrieren können, ohne die eigene Identität aufzugeben, und sie müssen kreativ werden, kreativ, um den ständig wachsenden Herausforderungen im Alltag wie im Beruf gewachsen zu sein. Wenn sie dann noch wach und bewusst sind, um für sich auch im Alltag zu entscheiden, was für sie gut und was schlecht für sie ist, dann brauchen wir uns für die Zukunft unserer Kinder keine Sorge mehr zu machen.
Wie müssen wir dann die Erziehung umschreiben?
Es ist eine Erziehung in Beziehung!!!! - Wie sieht diese Beziehung aus?

Als Erstes muss sich das Kind positiv emotional getragen fühlen und wissen: „Meine Eltern lieben mich, auch wenn sie mir deutlich Grenzen setzen“. Ich bin gewollt und ich darf mich in dieser Beziehung ausprobieren!“ - Zu Grenzen sage ich später etwas. –
Diese liebende Beziehung ist schützend und fördernd. Auch in der professionellen pädagogischen Beziehung muss das Kind gemocht werden, sonst erfährt es nicht die so wichtige positive Rückmeldung des Richtig-Seins.

Diese Beziehung muss zweitens eine klare Beziehung sein, wo das Kind Kind ist und der Erwachsene Erwachsener. Wenn Sie meinen, das sei selbstverständlich, dann seien sie daran erinnert, wie viele Kinder Ersatzfunktionen in der Familie auszufüllen haben. Die Psychologen sprechen von der Partnersubstitutenrolle, wo Kinder Partnerersatz sind, von Delegation, wenn das Kind Wünsche der Eltern leben muss, von der Auflösung von Generationsgrenzen, wenn Kinder z.B. Eltern sagen, was sie zu tun haben.
Kind sein zu dürfen bedeutet vielmehr, unterstützt zu werden bei der eigenen kindlichen Problemsuche. Es sind Probleme des Kindes und nicht die der Erwachsenen, die es in der klaren und emotional tragenden Beziehung zu lösen lernt, um Selbstvertrauen zu bekommen.
 
Drittens muss die Beziehung berechenbar sein. Das kann sie nur sein, wenn die Eltern und Erzieher in der Erziehung konsequent sind. Konsequent sein heißt, die Autorität vom Kind zu bekommen, es leiten und führen zu dürfen. Ein inkonsequenter Erziehungsstil führt zum Autoritätsverlust, so dass das Kind nicht mehr geführt werden kann: es macht, was es will.
Vielleicht darf ich kurz zur Autorität sagen, dass in diesem Wort einerseits das Wort „Auctor“, Gewährsmann, Ratgeber, Gründer und Förderer enthalten ist und dann auch das Verb „augere“, was heißt: fördern, wachsen machen, vermehren, auch größer darstellen. Nur so kann Autorität in der Erziehung verstanden und gelebt werden! Dann wird auch deutlich, dass keine Erziehung ohne Autorität möglich ist.
Also eine berechenbare Beziehung hat eine klare Rollenzuschreibung von dem der erzieht, besser, der der fördert und der, der gefördert wird.
Und lassen Sie mich viertens noch das Vertrauen erwähnen, das in der Erziehung, in der Beziehung von Eltern, Pädagogen und Kind auch wesentlich ist. Vertrauen erwirbt man sich durch Konstanz und Kompetenz. Eltern und Pädagogen, die über die Zeit ihr Kind kompetent gefördert, erzogen haben, erhalten vom Kind Vertrauen und umgekehrt schenken die Erziehenden dem Kind Vertrauen, wenn sie sehen, dass es sich richtig verhält.

Nun zum Thema Grenzen in Beziehungen. Kinder brauchen Grenzen! Die Eltern haben die Verantwortung, diese Grenzen deutlich zu setzen. Je nach Entwicklungsstand und Reife des Kindes können Eltern die Grenzen erweitern, in dessen Raum sich das Kind erproben darf und auch ausprobieren muss. Wo anders, als in einer klaren tragenden Beziehung mit klaren Grenzen kann das Kind Fehler machen und wird dennoch akzeptiert und gefördert?
Es darf Freude erleben beim Sich-Ausprobieren und diese Freude wird noch verstärkt durch die positive Resonanz der Eltern oder Erziehenden, die diese Freude teilen. Damit wird die Neugierde des Kindes verstärkt, sich immer mehr auch im Umfeld zu erproben. Die Neugierde setzt schließlich den Impuls beim Kind, kreativ zu werden. Das spätere Gelingen des Alltages hat hier seine Wurzeln. Hier erfährt das Kind zum ersten Mal, dass man ihm was zutraut und wenn sich dann der Erfolg einstellt, wird aus diesem geschenkten Vertrauen allmählich Selbstvertrauen.
Grenzen geben aber auch die Sicherheit vor dem zunächst für das Kind viel zu komplexen Umfeld. Ein kleines Kind ist in der Stadt allein verloren und würde sehr große Ängste erleben. Dies mag ein plakatives Beispiel sein. Im übertragenen Sinne sollten die Eltern die Verantwortung, die aus dem Wissen, „wie das Leben spielt“, erwächst, nicht zu schnell dem Kind übertragen und es damit möglicherweise überfordern. Als Beispiel mag der schulische Werdegang hierfür dienen. Langzeitperspektivisch, gerade vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Dynamik, wie oben skizziert, muss die Entscheidung verantwortlich getroffen werden und nicht aus einer momentanen kindlichen oder jugendlichen Laune heraus. Eine sicher nicht immer leichte Entscheidung für Eltern und Lehrer.

Grenzen lernen bedeutet aber auch, und das ist gerade in unserer heutigen Zeit mehr als notwendig, sich identisch mit sich zu fühlen. Wer ich bin, kann ich nur erfahren, indem ich mich in der oben angesprochenen emotional getragenen Beziehung abgrenzen lernen durfte. Ich habe Freiräume erlebt, in denen ich mich, aber auch meine Fähigkeiten ausprobieren konnte!
Und im nächsten Schritt grenze ich mich in der Gesellschaft ab, ich fühle mich so und nicht anders zugehörig, ich kann mich abgrenzen, weil ich Selbstvertrauen habe, dass ich so richtig bin. Das habe ich in den ersten Jahren im Schutze der liebevollen Elternschaft erfahren dürfen, wie gerade kurz angerissen. Wie wichtig ist dies in unserer bunten Gesellschaft! Da brauche ich schon das Bewusstsein meiner Grenzen, die ich mir selber vertrauend halten kann. Und nur ein Mensch mit Selbstvertrauen kann dann ein guter sozialer Mensch werden, der in Abgrenzung und Abwägung sich der sozialen Verantwortung bewusst ist und entsprechend handelt.

Lassen Sie mich zum Schluss meines kurzen Vortrages noch etwas sagen über die Elternschaft von gestern und heute.
Ich glaube sagen zu dürfen, dass die heutigen Eltern viel mehr allein gelassen sind in der Erziehung als ein oder zwei Generationen zuvor. Zu Zeiten, als die Autorität von Kirche, Schule und Staat noch nicht hinterfragt wurde, da sagte der Pastor, wie mit der Familiendynamik umzugehen sei, und er meinte es aus dem Glauben her begründen zu dürfen. Der Lehrer hatte immer Recht, die Autorität wurde nicht angezweifelt und so konnte der Lehrer in der Familie direktiv mit erziehen, der Staat setzte Normen und Regeln, die im Alltag unhinterfragt gelebt wurden. So waren die Eltern mit der Erziehung eingebunden in diese autoritären Strukturen. Sie konnten sich auf diese beziehen und mussten nicht selber Rechtfertigungsgründe erdenken. Die Erziehung war dadurch sicher für die Eltern einfacher. Jetzt glauben Sie aber bitte nicht, dass ich diese Zeit zurückhaben will. Nein, die Entwicklung, wie sie beschrieben werden kann, die 68er Jahre mit all den Folgen, musste kommen. Diese alte Zeit war erstarrt! Wenn jetzt Alain Ehrenberg, wie schon erwähnt, von der Depression der Gesellschaft redet, dann wird deutlich, in welcher Situation jeder Einzelne heute steht. Er muss allein, ohne die eben erwähnten Autoritäten seinen Weg gehen, er muss alleine Entscheidungen treffen, ohne deren Hilfen. – Warum boomen denn in der Bücherbranche die Ratgeberbücher?
Ehrenberg drückt die Überforderungssituation, in der fast jeder steht, wie folgt aus:

„Die Depression ist die Krankheit des Individuums, das sich scheinbar von den Verboten emanzipiert hat, das aber durch die Spannung zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen zerrissen wird. Wenn die Neurose das Drama der Schuld ist, so ist die Depression die Tragödie der Unzulänglichkeit. Sie ist der vertraute Schatten des führungslosen Menschen, der des Projekts, er selber zu werden, müde ist und der versucht ist, sich bis zum Zwanghaften Produkten oder Verhaltensweisen zu unterwerfen.“
(Ehrenberg, 2008, S.22f)

Seien wir jetzt nicht arrogant und fühlen uns nicht angesprochen! Wer ist nicht müde sich zu fragen, ob ich das bin, ob ich das wirklich will, wenn Mode, Zeitgeist oder Gruppendruck mich in die Differenz stellt, wen ich merke, dass ich anders bin als der Trend im jeweiligen Zeitgeist?
Wer ist nicht müde, immer und immer wieder sich in der Erziehung rechtfertigen zu müssen? Wer weiß von uns sicher, was richtig und falsch ist? Wer möchte sich nicht auch nur zurücklehnen wollen, um dem ständigen Druck der deutlich gefühlten Eigenverantwortlich-keit einmal zu entgehen?
Wir leben in einer Zeit, wo alles, aber auch alles hinterfragt wird und daher unser Handeln diesem ständigen Legitimationsdruck ausgesetzt ist.
Sie merken jetzt, warum ich diesen Aspekt am Ende meines kurzen Vortrages hinein genommen habe: Wir können diesem nicht endenden Prozess, der laut Ehrenberg in die Depression führt, nur entkommen, indem wir die Stärke haben, Aussagen zu setzen, die für diesen Moment für mich Gültigkeit haben. „Du hast das jetzt zu tun und es gibt keine Diskussion darüber!“ Sie ahnen, was das für die Erziehung bedeutet: Als Eltern und Erziehende entgehe ich dem ständigen Legitimationsdruck durch meine Setzungen, die natürlich wohlüberlegt sein sollten!! Wenn ich Autorität vom Kind erhalten habe, werden diese Setzungen umso leichter von diesem umgesetzt. Setzungen machen aber auch die Fähigkeit des Sich-entschuldigen-könnens notwendig, wenn sich herausstellt, dass z.B. meine gestrige Setzung aufgrund von Wissenslücken falsch war!
Schließlich komme ich also am Ende meines Vortrages „Was macht mein Kind glücklich“ zu der zusammenfassenden Aussage: Mein Kind ist glücklich, kann wahrscheinlich auf ein gelingendes Leben hoffen, wenn wir Eltern, wir Erwachsenen unsere Kinder in einer tragenden, liebevollen Beziehung so geführt und gefördert haben.
Oder all dies noch kürzer zusammengefasst:
Kinder werden dann ein glückliches Leben führen können, wenn sie bei bewusst lebenden Eltern in einer tragenden Beziehung groß werden durften.
Also als Appell an uns: führen wir Erziehenden unser Leben und leben es nicht einfach dahin!  

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Jetzt haben wir viel Zeit für einen hoffentlich kontroversen, konstruktiven Austausch untereinander.

 

Literatur

Ulrich Beck, Was ist Globalisierung, Frankfurt, 2007
A. Ehrenberg, Das erschöpfte Selbst, Frankfurt, 2008
G. Schulze, Die Erlebnisgesellschaft, Frankfurt, 2005
A. Seneca, Gesamtausgabe, Bd. 2 , Darmstadt, 1995
P. Virilio, Rasender Stillstand, Frankfurt, 2008

nach oben